Quartier "Spaarndammerhart" in Amsterdam
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Das Spaarndammerhart – ein Projekt in Zusammenarbeit mit Korth Tielens – stellt das städtische Gefüge des Spaarndammerviertels wieder her. Die Straße, die in den 1970er Jahren dem Bau der Spaarndammerschool weichen musste, wurde neu angelegt. Der Entwurf bringt zwei Straßenfronten zurück und ergänzt das Viertel um einen öffentlichen Hof. Dieser ist über zwei große Tore zugänglich und schafft zugleich eine Verbindung zum Schiff von De Klerk.
Das Viertel ist geprägt von weltberühmten Denkmälern der Amsterdamer Schule. Auch das Projektgrundstück ist umgeben von Entwürfen De Klerks (Het Schip und Spaarndammerplantsoen), Walenkamps (Zaanhof) und De Bazels (Zaandammerplein). Die Architektur des Spaarndammerharts ist unverkennbar zeitgenössisch, enthält jedoch subtile, charakteristische Anklänge an die Amsterdamer Schule: reiches Mauerwerk in nuanciertem Rot- und Gelbstein, glasierte Steine für die Innenfassaden des Hofs, schmal profilierte Fassadenrahmen in klarer Fassadengliederung sowie weiche Abstufungen der Baumasse. Bildende Kunst von Martijn Sandberg ist darüber hinaus integraler Bestandteil der Architektur und der Freiraumgestaltung.
Im großen Block wurden Wohnungen und Apartments in verschiedenen Kategorien und Typologien geplant: von Sozialwohnungen für Starter, Senioren und größere Familien über freifinanzierten Mietwohnraum bis hin zu Eigentumswohnungen rund um einen gemeinschaftlichen Hof. Die Eingänge zu den Apartments liegen an zwei Toren, die die Wohnungen erschließen und zugleich Zugang zum rückseitigen Hof mit den dreigeschossigen Hofwohnungen (Eigentumssektor) bieten. Im südlichen Tor befindet sich außerdem die Einfahrtsrampe zur Tiefgarage. Die Balkone über den Toren kragen aus und markieren die Eingänge deutlich im Straßenraum. In den Toren veranschaulicht die Kunst Martijn Sandbergs die „Verbindungen in der Zeit" mit dem Viertel. Zwei Gemeinschaftsräume für Nachbarschaftsfunktionen sowie ein Bewohnersaal unterstreichen den kollektiven Gedanken des Konzepts. Im Hof wurde nach einem Entwurf von DS Landschapsarchitecten ein „grünes Kissen" angelegt. Zwischen dem Bestand und dem Neubau entstand ein gemeinschaftlicher Garten, der auch den umliegenden Wohnungen zugänglich ist.
Der kleine Block besteht aus erdgeschossigen Wohn-/Arbeitshäusern über vier Geschosse (Eigentumssektor). Kennzeichnend für diesen Block sind die vertikale Gliederung je Wohneinheit sowie zwei schmale Durchgänge zum rückseitigen Garten und den unterirdischen Kellerabteilen. Auch hier sind die Gärten gemeinschaftlich, um den grünen Charakter langfristig zu sichern. Im gesamten Projekt wurden sogenannte „Encroachment Zones" eingesetzt – Übergangsbereiche zwischen öffentlichem Straßenraum und privater Wohnung. Sie bestehen aus einer tief eingeschnittenen, mit Hartstein gepflasterten Nische, die die Bewohner einlädt, sich diese Orte anzueignen. Dies knüpft an eine Amsterdamer Tradition an, in der Wohnungen zur Straße hin orientiert sind.
Insgesamt umfasst das Wohnquartier achtzig Wohneinheiten, darunter 26 Sozialwohnungen, 18 freifnanzierte Mietwohnungen und 36 Eigentumswohnungen. Hinzu kommen zwei Gemeinschaftsräume, ein Bewohnersaal, eine Tiefgarage für 56 Pkw sowie mehr als 100 Unterkünfte für Insekten, Fledermäuse und Vögel.
Spaarndammerhart wurde veröffentlicht im Jaarboek Architectuur in Nederland 2020/2021, in de Architect (Juni 2021), Bauwelt (5/2022) und Baumeister (5/2022). Das Projekt ist Träger des Amsterdamer Zuiderkerkpreis 2021, des Abe Bonnemapreis 2021, des Amsterdamer Nieuwbouwpreis 2022 sowie des Arie Keppler Preis 2022.